Dienstag, 18. November 2014

Das war 'Darmstadt spielt'

Über 5000 Besucher - das ist das Fazit des diesjährigen Darmstädter Spielefests. Zum ersten Mal wurde die magische 5000er-Marke geknackt und langsam merkt man, dass der Platz im Kongress-Center in Zukunft zu klein werden könnte, wenn die Zahlen weiter steigen. Der Flohmarkt-Bereich wurde ein wenig umstrukturiert, auch die Spiele-Ausleihe war etwas anders organisiert und zum ersten Mal wurde auch die dritte Ebene des Darmstadtiums von Spielern belagert. Es ist schön zu sehen, dass so viele Menschen sich hier zusammenfinden und die unterschiedlichsten Spiele ausprobieren.
Da es immer so viel 'drumherum' zu entdecken gibt, ist die Spielzeit selbst jedoch oft begrenzt. Man staunt über die schieren Massen an Menschen, Spielen und spielenden Menschen und bleibt von Zeit zu Zeit einfach irgendwo stehen, um das bunte Treiben zu beobachten. Aber spielen will man ja dann doch und so fingen wir zunächst mit einem schnell erklärten Love Letter zum Einstieg an. Ich muss allerdings gestehen, dass ich mir nach der Welle des Lobs und der Begeisterung etwas mehr von dem Spiel erhofft habe. Wahrscheinlich war der Fehler, das Spiel nur zu zweit zu testen. Denn ich kann mir gut vorstellen, dass mehr Interaktion und Grübeleien zwischen den Spielern möglich sind, wenn mehrere daran beteiligt sind. Beim ersten Anspielen konnte uns Love Letter leider nicht überzeugen, aber das ist wie gesagt ein Erstspieleindruck und ich würde dem Spiel durchaus noch eine zweite Chance geben, um es ausführlich(er) zu testen.

Als nächstes kam Patchwork bei uns auf den Tisch und das hat uns wirklich gefallen. Ein ungewöhnliches Thema und ein schönes Artwork machen schon Freude beim Auspacken und Aufbauen und auch das Spiel selbst hat durchaus seinen Reiz. Die Balance zu finden zwischen dem Kauf von Flicken, die man gut unterbringen kann und dem dadurch bedingten Verlust von Knöpfen und dem neuerlichen Sammeln von Knöpfen mithilfe der Zeitleiste ist nicht so leicht wie man anfangs meinen möchte. Der Trick ist wohl, möglichst viele Flicken mit vielen Knöpfen zu kaufen und dann durch die Knopfwertung wieder Einkommen zu bekommen. Bei manchen klappt das gut, bei manchen weniger, wobei ich eher zur letzten Kategorie gehörte, kassierte ich doch eine haarsträubende Niederlage mit -12 zu 66 Punkten. 
Der Flickenteppich der Gewinnerin sah aber auch wirklich schön aus!


Den Abschluss bildete dann das Einführungsspiel der Legenden von Andor. Ein großes Lob gebührt auf jeden Fall der tollen Anleitung, mit der man wirklich leicht in dieses plättchenstrotzende Abenteuerspiel eingeführt wird. Obwohl ich im Vorfeld gehört hatte, in der ersten Partie würde man kaum gewinnen können, ging uns der Sieg doch recht gut von der Hand. Man muss sich einfach gut einteilen, wer welche Aufgaben erledigt; eine Absprache mit den Mitspielern ist hier ein absolutes Muss. Da macht es Spaß, sich durch die Horden von Gors und Skralen zu kämpfen, bis man schließlich dieses Stück Pergament zum Baum der Lieder gebracht hat. Auch hier hätte ich gegen ein paar weitere Partien nichts einzuwenden - diesmal aber vielleicht mit einem etwas größeren Zeitfenster und weniger kreischenden Kindern am Nachbartisch. Denn wer kann sich schon darauf konzentrieren die Rietburg zu verteidigen, wenn man die ganze Zeit dieses dreijährige Kind im Auge behalten muss, dass ständig den Tisch seiner Monopoly Imperium spielenden Familie umkreist und ein übersteigertes Interesse an den in der Andor-Schachtel enthaltenen Kleinteilen zeigt!?

Tja, aber wie wir alle wissen: Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Und so ging auch dieser Tag viel zu schnell vorüber. Gegen 19 Uhr war der Großteil der Spieltische bereits verlassen und die letzten Besucher tummelten sich noch an den Verkaufsständen im Eingangsbereich (genau wie wir) und sorgten noch für ein wenig Umsatz (genau wie wir).
Heraus kamen bei unserem Mini-Einkaufsbummel zwei knuffige neue Krosmaster:
Ayan und Sarah Faugel
Nach dem Spielefest ist vor dem Spielefest und so heißt es jetzt wieder warten bis zum nächsten Jahr. Ich freu mich!

Kommentare:

  1. Hey Laura!

    Love Letter ist mit mehr Spielern auf jeden Fall cooler, wobei ich tatsächlich zu der Minderheit gehöre, die da auch zu zweit Spaß dran hat. Außerdem wird das Spiel deutlich besser, wenn alle die Karteneffekte schon gut kennen und das Spiel entsprechend flott spielen können. Die ersten Partien laufen meist eher "solala", dann wird es aber irgendwann lustig. Ist mir jetzt grade auch wieder mit dem Nachfolger Lost Legacy so gegangen. Am Anfang voll holprig, aber wenn man die Karten einmal drinne hat wird es lustig.

    Patchwork: Ein Endstand mit Minuspunkten ist in der ersten Partie absolut nicht ungewöhnlich. 66 Punkte hingegen sind richtig krass... Hatte deine Mitspielerin das Spiel schon mal gespielt oder war sie direkt im ersten Versuch so gut?

    Danke für den schönen Bericht!

    Viele Grüße,
    Martin

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    1. Hi Martin,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Es beruhigt mich zu hören, dass man sich bei Love Letter tatsächlich erstmal einspielen muss, damit es sein ganzes Potenzial entfaltet. Es hätte mich sonst nämlich wirklich gewundert, wo all das positive Feedback herkommt. Wenn sich wieder mal die Gelegenheit ergibt, werde ich es auf jeden Fall in Ruhe und ausführlich ausprobieren. Hat dir denn Love Letter oder Lost Legacy insgesamt besser gefallen?
      Bei Patchwork könnte ich jetzt behaupten, dass ich gegen einen eingefleischten Patchwork-Profi angetreten bin, aber nein: Wir haben es beide an dem Tag zum ersten Mal gespielt. Immerhin habe ich jetzt das Gefühl, dass es bei mir nur noch besser werden kann...

      Viele Grüße
      Laura

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