Donnerstag, 6. November 2014

Das zweite Spiel: Speed

Quelle: Spiele-Check
Es wird Zeit für die nächste Spielvorstellung: Heute mit dem kleinen aber feinen Speed. Das Besondere an Speed ist, dass die Regelerklärung normalerweise länger dauert als das Spiel selbst. Das liegt aber weniger daran, dass die Anleitung besonders lang ist (im Gegenteil, sie passt im Grunde auf Vorder- und Rückseite einer handelsüblichen Spielkarte), sondern ist vielmehr der Tatsache geschuldet, dass es sich hier - laut Verlag - um "das schnellste Kartenspiel der Welt" handelt. Ob das tatsächlich so ist, kann ich aus Mangel an vergleichbaren Spielen zwar nicht sagen, aber Ehre macht Speed seinem Namen allemal.

So einfach und schon ein Spiel

 
Der Spielaufbau
Nach dem Mischen der 60 Karten erhält jeder Spieler 30 davon und legt sie als verdeckten Stapel vor sich ab. Die jeweils oberste Karte wird (ebenfalls verdeckt) in die Tischmitte gelegt, weitere drei Karten nimmt man auf die Hand. Auf ein gemeinsames Zeichen decken beide Spieler ihre zuvor in der Mitte platzierten Karten auf und schon befindet man sich mitten im Spiel. Jeder versucht nun, so schnell wie möglich seine Karten loszuwerden, indem er sie auf die aufgedeckten Karten in der Tischmitte ablegt. Dabei ist es egal, welchen der beiden mittigen Haufen man bedient, solange eine der folgenden Bedingungen erfüllt wird: die Farbe stimmt überein, das Motiv stimmt überein oder die Anzahl der abgebildeten Motive stimmt überein. Nachziehen vom eigenen Stapel ist jederzeit erlaubt, lediglich das Handkartenlimit von 3 Karten muss beachtet werden. Wer seine Karten als erster losgeworden ist, gewinnt das Spiel.

Tempo, kleine Schnecke!


Soweit zu den Regeln, die super schnell verstanden sind, sodass man gleich drauf los spielen kann. Obwohl hinter dem Spiel ein absolut simpler Mechanismus von Karten ziehen und wieder ablegen steckt, hat es durchaus seinen Reiz und weiß zu faszinieren. Als ich Speed zum ersten Mal ausprobiert habe, war eine der ersten Fragen, die mir gestellt wurde: "Aber wie kontrolliert man denn, ob auch jeder seine Karten richtig abgelegt hat?" Meine Antwort "Gar nicht!" erntete einen teils verblüfften, teils skeptischen Blick, doch mein Gegenüber ließ sich darauf ein. Und es ist tatsächlich so: Obwohl man seine Karten in einem irren Tempo auf die Stapel schmeißt, passen die Karten immer aufeinander. Wir haben es sogar kontrolliert und sind die Stapel nach der Runde rückwärts durchgegangen: Alles hat gestimmt. Wenn es doch einmal vorkommt, dass eine Karte nicht passend angelegt wird, liegt das meistens daran, dass der Gegner eine halbe Sekunde schneller war als man selbst und die eigene Karte deswegen nicht mehr passt - aber das merkt man während es passiert, das Ergebnis stimmt also am Ende definitiv.
In dieser Reihenfolge könnten die Karten aufeinander abgelegt werden.
Man könnte nun davon ausgehen, dass eine gehörige Portion Glück dazugehört, immer eine passende Karte auf der Hand zu haben - aber die braucht man gar nicht. Die Verteilung von Motiv, Farbe und Motivanzahl ist sehr gleichmäßig gewählt und so kommt es eher selten vor, dass man mit drei Karten auf der Hand einmal gar nicht anlegen kann. Meistens braucht man einfach nur die flinkeren Finger. Und spätestens wenn der Mitspieler ein oder zwei weitere Karten abgelegt hat, passen auch die eigenen Karten wieder dazu.


Mein Fazit


Speed ist natürlich kein abendfüllendes Spiel, so viel ist klar. Aber gerade für eine schnelle Partie zwischendurch oder beim Warten auf die restlichen Mitglieder der Spielegruppe ist es optimal. Dabei hat es ein kleines und handliches Format, passt in jede (Hosen-)Tasche und man kann es überall hin mitnehmen. 
Die angegebene Spielzeit des Verlags von 3-5 Minuten empfinde ich eigentlich schon als zu hoch gegriffen, in den meisten Fällen ist man wesentlich schneller fertig. Der hohe Spaßfaktor, der durch die allgemeine Hektik in dieser kurzen Zeitspanne auftritt, veranlasste uns bisher immer dazu, gleich noch eine Runde (oder auch mehrere) dranzuhängen - denn dieses Mal muss man doch einfach schneller sein als sein Gegner! Auf diese Schnelligkeit muss man sich aber auch einstellen können und wollen; Taktiker, Strategen und Grübler sind hier eher fehl am Platz. Anderseits ist Speed aber auch kein hirnloses Ablegen von Karten. Es kommt oft vor, dass man nur stupide auf zwei Merkmale achtet und ein drittes ganz außer Acht lässt. Dieses Denken in drei verschiedenen Ebenen lässt sich hier aber gut trainieren und irgendwann bekommt man auch in dieser Hinsicht den Dreh raus.
Ausgelegt ist das rasante Kartenspiel für 2 Personen. Theoretisch könnte man bei drei Spielern einfach jedem zu Beginn nur 20 Karten austeilen, bei vier Spielern 15 usw., aber das wird auf Dauer dann doch etwas zu konfus. Ich denke, gerade weil eine Runde nicht länger als ein oder zwei Minuten dauert, sollte man beim Zweispielermodus bleiben und dann immer abwechselnd spielen - denn auch den anderen bei der Zockerei zuzuschauen ist ein kleines Erlebnis für sich...

Speed

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