Samstag, 31. Januar 2015

Januar-Spielereien

Kaum hat man sich's versehen, schon ist der Monat wieder vorbei. Und was wir nicht wieder alles erlebt haben! Da wurden fremde Welten entdeckt, sich in waghalsige Abenteuer gestürzt, Königreiche errichtet, fiese Gegner bekämpft und ganze Länder erschlossen. Ihr wollt wissen, wie das war? Na, dann lasst mich mal erzählen...

Kaum hatte das neue Jahr begonnen, da packte uns schon das Abenteuer-Fieber. Das Wichtigste bei einer solchen Expedition ist natürlich die Ausrüstung. Wir hatten nicht den geringsten Cluedo, was uns auf unserer Reise erwarten würde, geschweige denn helfen könnte, und so packten wir kurzerhand ein Seil (zum Klettern), einen Dolch (zum Jagen), einen Kerzenleuchter (zum Lichtmachen), eine Pistole (zur Verteidigung gegen Räuber) sowie ein Heizungsrohr (man kann ja nie wissen) und eine Rohrzange (um das Heizungsrohr zu reparieren) ein. Zug um Zug machten wir uns schließlich auf den Weg ins Unbekannte, um die Wunder dieser Welt zu entdecken. Wo das Schicksal uns hinführen würde, wussten wir nicht, dennoch marschierten wir frohen Mutes drauf los. Wir durchwanderten Berge und Täler, Felder und Wälder, beobachteten den beständigen Wechsel von Ebbe und Flut in den Weiten des Meers und kämpften uns durch finstere Schluchten und staubige Wüsten. Die Anstrengung zehrte an unserer Substanz und unsere Vorräte gingen langsam zur Neige, sodass Kahuna wusste, wie lange wir noch durchhalten würden. Endlich, wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, da gelangten wir an das Ziel unserer Träume: Das legendenumwobene Sagaland
Nachdem wir uns in einem Gasthaus an der Grenze ein wenig erfrischt hatten, zogen wir weiter durch den verwunschenen Märchenwald in Richtung Schloss. Der Forst war an sich sehr schön, allerdings gab es unangenehm viel Zeug, das Wanderer wohl im Lauf der Jahre achtlos an den Wegrand geworfen hatten. Neben einem ausgeleierten Gürtel fanden wir unter anderem eine eingelaufene Zipfelmütze, einen einzelnen Schuh und ein Stück Lebkuchen, das aussah, als hätte es schon vor einer Ewigkeit begonnen vor sich hinzumodern. Der Anblick war nicht gerade appetitlich und so legten wir ein wenig Speed zu und machten, dass wir weiterkamen. Beim vierten Sonnenaufgang unserer Reise durch den Wald (es war ein Freitag) erhoben sich schließlich majestätisch die massiven Mauern der Burg vor unseren Augen. Als wir näher kamen, wurden wir von einem hageren Burschen mit spitzen Eckzähnen und ungesunder Gesichtsfarbe begrüßt. Er verneigte sich vor uns und rief laut: "Seid gegrüßt, Reisende! Im Namen meines Herrn, dem König der Randalen und der ersten Siedler von Catan, Lord der sieben Zwerge und Beschützer des Märchenreiches, heiße ich euch willkommen. Bitte folgt mir, Mau Mau." 
Ohne ein weiteres Wort drehte er sich auf der Ferse um und stolzierte wieder in das Schloss hinein. Wir folgten dem komischen Kauz durch endlose Flure und Treppenaufgänge, bis er uns schließlich mitten in den Thronsaal führte. Dort ganz am Ende saß auf einem reich verzierten Sessel der König. "Es ist uns eine Ehre Euch zu treffen, oh König der Randalen!", sagten wir. 
"Ach was, papperlapapp, König hin oder her. Was bringt es mir, ein König zu sein, es wimmelt doch überall nur so von Königen. Ich habe mir einen viel eindrucksvolleren Titel zugelegt: Ich nenne mich jetzt: Kingdom Builder!" 
Bei diesen Worten stöhnte der blasse Diener, der uns hereingeleitet hatte, auf. "Schon wieder ein neuer Titel, Mau Mau? Wenn Ihr Euch wenigstens auf den aktuellen Namen beschränken würdet, aber nein, es muss ja alles immer in einer Endlosschleife aneinandergehängt werden. Und wer muss sich das alles merken? Natürlich ich! Ich finde, das ist auf Dauer ganz schön kros, Master!"
"Hört gar nicht auf ihn!", erwiderte da der Mann mit der Krone. "Er ist ein verdammter Blutsauger und zu nichts nütze. Und seit einer meiner Magier ihn mal zur Strafe für eine Woche in einen Kater verwandelt hat, macht der Vampir 'Mau Mau'..." 
Es folgte ein sehr hässliches Wortgefecht zwischen König und Diener, in dessen Verlauf wir uns unbemerkt aus dem Raum stahlen und uns schleunigst auf den Weg zum Ausgang machten; wer weiß, was dieser Randalen-König in seiner Wut vielleicht noch mit uns angestellt hätte!? Also, wenn mich jemand in irgendein Tier verwandeln würde, fände ich das überhaupt Nichtlustig
Als wir den Burggraben über die Zugbrücke überquerten warfen wir noch einen letzten Blick zurück. Kürzer als gedacht war es gewesen, unser Abenteuer. Aber ich war mir sicher: Es würden noch eine Menge folgen!

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