Sonntag, 29. März 2015

Von zerstreuten Pharaonen, Lehm-Engpässen und B-B-B-Blut!

Nach fast zwei Monaten des Schweigens erhebe ich mich nun wieder aus den Untiefen des sich immer schneller drehenden Zeitstrudels mit dem festen Vorsatz, in Zukunft wieder ein wenig produktiver zu werden (und seien wir ehrlich, das ist jetzt nicht soo schwer). Phase Eins beinhaltet dabei den seit einer Ewigkeit überfälligen Spieleabend, dessen Durchführung wir aufgrund von Arbeit oder Lernen oder Arbeit und Lernen in den letzten Wochen leider stetig verschieben mussten, und über den ich im Folgenden berichten werde. Weiterhin geplant ist eine Spielvorstellung, ein Freitags-Challenge-Update, sowie der Monatsrückblick. Aber das ist noch Zukunftsmusik, bleiben wir zunächst bei dem Spieleabend von Dienstag. 

Quelle: Spiele-Check
Nach so langer Zeit der spielerischen Abstinenz muss man natürlich erst einmal warm werden. Sehr gut funktioniert das mit einer ordentlichen Portion Burger mit Pommes, was nebenbei noch den genialen Effekt hat, dass man - der schieren Menge sei dank - praktisch bis zum nächsten Mittag nichts mehr essen muss/will/kann. So gestärkt begannen wir den Abschnitt 'Spiel' mit Vampir Mau Mau, das sich bei uns mittlerweile fast schon zum Klassiker entwickelt hat. Die Regeln sind absolut eingängig und zum Aufwärmen (oder als Absacker) ist es einfach klasse. Natürlich ist es im Kern 'nur' eine etwas aufgepeppte Variante des klassischen Mau Mau, ABER da sind ja noch die Zusatzregeln - und die bringen so richtig Würze in die ganze Angelegenheit. Gerade in den ersten paar Runden ist es jedes Mal wieder interessant zu beobachten, dass sich die meisten Spieler, nachdem sie ihren Zug beendet haben, wieder in ihr Blatt vertiefen, um den nächsten Zug vorzubereiten. Das ist allerdings so ziemlich das Falscheste (ja, das Falscheste!), was man tun kann. Denn wenn man nicht aufpasst, was der linke Nachbar als nächstes legt, könnte man seinen Einsatz zum Auf-den-Tisch-klopfen/'Igitt'-rufen/Mit-der-Hand-über-den-Kopf-streichen verpassen - und das heißt: Strafkarte ziehen! Ich (als selbst ernannter Spezialist auf diesem Gebiet) habe inzwischen eine weitere Möglichkeit gefunden, wie man eine nahezu unbegrenzte Anzahl an Strafkarten ziehen kann: Jedes Mal, wenn der linke Nachbar eine Karte mit Blutbeutel ablegt, stammelt man statt dem vorgesehenen "Mmm, lecker!" einfach "B-B-B-Blut...", gibt resigniert auf, weil einem das richtige Wort wieder nicht eingefallen ist, lässt sich kurz auslachen und zieht dann sein Kärtchen. So!

Quelle: Catan.de
Als nächstes kam ein weiterer Favorit unserer illustren Runde auf den Tisch: Die Siedler von Catan. Diesmal allerdings die Normalo-Version und nicht die schicke Jubiläums-Holzversion. Ich schiebe es auf diese Tatsache, dass mein sonst selbstverständliches Monopol auf Getreide oder Erz oder Wolle nicht zustande kam und stattdessen die ganze Runde auf irgendwie nicht vorhandenen Lehm warten musste. Von überdurchschnittlich oft gewürfelten 12ern, 2ern und 3ern will ich gar nicht reden... Ich meine, was bringt es einem an einer 6 und 8 zu sitzen, wenn keiner sie würfelt!? Nun, das Ende vom Lied war, dass unsere Siegerin stolz verkünden konnte, das Spiel endlich verstanden zu haben, und alle sich freuten, dass es nicht ich war, die schon wieder gewonnen hatte. Außer mir natürlich.

Quelle: Ravensburger
Die Besiedelung hatte uns alle viel Kraft und Nerven gekostet, sodass wir zu etwas Seichterem übergehen wollten. Keine Überraschung, dass dabei ein Mekrspiel heraus kam: Der zerstreute Pharao reiht sich gewissermaßen in den Stapel alter Kinderspiele ein, die man früher irgendwann mal gespielt hat und sie heute mit einer gewissen kultigen Feierlichkeit wieder auskramt. Da ich für mich den Posten 'kein Erinnerungsvermögen' in Anspruch nahm (keiner protestierte), fiel mir die Aufgabe zu, sämtliche verborgenen Gegenstände unter den Pyramiden zu verstecken, ohne mir zu merken, wo sie steckten. Unglücklicherweise gingen die ersten zwei Karten an mich, weil ich die Schätze zuerst fand (alle protestierten). Zwar hatte ich das Gefühl, dass sich die Punkte im Verlauf der Partie recht gut verteilten, dennoch war das Ende eine recht knappe Angelegenheit. Ich habe zwar nicht gewonnen, aber keiner wollte mir in Zukunft mehr die Aufgabe überlassen, irgendwelche Dinge geheim auf Spielplänen zu verteilen. Aber damit kann ich leben.

Zu guter Letzt verfielen wir wieder in unsere Gedichte-Phase, allerdings mit weit weniger Esprit als sonst. Hier kommt dennoch eine kleine Kostprobe:

Das mutierte Ferkel

Klein, dick und rosa war es mal,
vollkommen aus der Form geraten ist es nun - fatal!
"Komm, lass es uns reparieren", sprach der Schmied
und reparierte es, dass man keinen Schaden mehr sieht.
Nun war wieder alles heil,
repariert mit gutem Elbenseil.
Das fand Gollum gar nicht gut
und schnappte sich den Schlangenhut.
Er passte perfekt auf seinen Kopf
und lenkte die Aufmerksamkeit von seinem Zopf.
Ein jeder vergaß das lästige Haarteil
und fand diese Lockenpracht einfach nur geil.
So wunderschönes Haar hat man selten geseh'n,
die Lust an Glatzen musste vergeh'n.
Volles, wallendes Haar, ja das war der wahre Trend!
Wer das nicht kapierte, hatte beim Friseur gepennt.
Genau so war es, so ist es gewesen.
Glaubst du mir das echt, dann fress' ich 'nen Besen!

Nun, mehr bleibt auch für mich nicht mehr zu sagen, außer: Bis zum nächsten Mal und spielt schön!

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