Sonntag, 24. Mai 2015

Von keltischen Amuletten, atlantischen Seemonstern und einer indischen Würfelorgie

Und wieder einmal ein experimentierfreudiger Abend, denn bis auf unseren Dauerbrenner Vampir Mau Mau kamen nur Spiele auf den Tisch, die wir bisher noch nicht kannten. Den Anfang machte Celtica von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling aus dem Jahre 2006.
Jeder schlüpft in die Rolle eines Abenteurers, der sich auf die Suche nach vor langer Zeit verschollenen Amuletten begibt. Diese Amulette bestehen alle aus neun verschiedenfarbigen Edelsteinen, nur das Mittelstück ist bei jedem anders. Unterstützt von Druiden begeben sich also alle auf den Weg und klappern dabei alte Ruinen und Dörfer ab, in der Hoffnung hier fündig zu werden. Je nachdem, welche Druidenkarte(n) man ablegt, zieht man mit dem entsprechenden Pöppel vorwärts. Im Idealfall landet man auf einem Feld, das einem ein oder mehrere Amulett-Teile einbringt - wenn's schlecht läuft muss man wieder welche abgeben. Da jeder Spieler potenziell jeden Druiden bewegen kann, gilt es genau abzuwägen, wann man für sich selbst den größten Nutzen erhalten bzw. den Gegnern den nächsten Zug so richtig vermasseln kann. Es wird über so viele Runden gespielt bis der erste Druide das Zielfeld erreicht. Dann wird geschaut, wer die mesiten Amulette zusammengebastelt hat. 
Nach den ersten paar vorsichtigen Zügen, kamen wir sehr gut in das Spiel herein. Man freut sich, wenn man die ersten Teile zusammenfügen kann und ärgert sich umso mehr, sobald sie wieder abgegeben werden müssen. Schwierigkeiten hatten wir weniger mit dem Spiel selbst als vielmehr mit den verschiedenfarbigen Amulett-Teilen. Bei etwas schummeriger Beleuchtung hatten wir unsere Schwierigkeiten gelb und orange oder blau und lila auseinanderzuhalten und rosa hatte je nach Sitzplatz immer eine andere Farbe... Alles in allem ein recht kurzweiliges Spiel, das ich auch durchaus noch einmal gespielt hätte, wenn sich die Mehrheit nicht für das nächste Spiel entschieden hätte. Aber so ist das im Leben.

Thematisch blieben wir im Reich der Mythen und Legenden und begaben uns nach Atlantis. Hier besteht die Aufabe darin, seine am Anfang auf der Insel verteilten Männchen möglichst unbeschadet von der Insel zu retten, bevor diese in den tiefen des Meeres versinkt. Als ob das nicht schon anstrengend genug wäre, tauchen auch noch Haie, Kraken und Seeungeheuer auf, die uns das Leben auf See schwer machen. Hilfreich sind nur die Delphine, die arme Schwimmer vor den Angriffen der anderen schützen. Natürlich werden hier Rettungsboote geklaut und überfallen, was das Zeug hält, und mit einem diabolischen Funkeln in den Augen hetzt man die Haie auf seine Mitspieler. Allerdings kam es hier bei uns zu einiger Verwirrung, weil wir uns irgendwann nicht mehr sicher waren, welche Tiere nun mit welchen anderen Tieren gemeinsam auf einem Feld stehen dürfen und welche nicht und ob das Auswirkung hat (und wenn ja, welche). In dieser Hinsicht war die Anleitung leider wenig aufschlussreich und wir hatten die Vermutung, dass man, wenn man dieses Spiel als Kind spielt, wahrscheinlich niemals in solche haarsträubenden Situationen gelangen würde. 

Aus Gründen des Zeitmangels hängten wir schließlich noch eine Partie Pachisi dran, quasi die indische Frühversion von Mensch ärgere dich nicht, mit dem Unterschied, dass es hier 'Ruhebänke' gibt, auf denen man nicht geschlagen werden darf, und der Möglichkeit, Barrikaden zu bauen, welche die Gegner nicht durchdringen können. Allerdings war die Runde dann doch nicht so schnell zu Ende wie gedacht, weil... naja... würfeln... vorwärts rücken... rausschmeißen... selbst rausgeworfen werden... wieder von vorne anfangen... Man kennt das Problem ja. Infolgedessen machten wir spontan eine Runde Speed-Pachisi daraus, bei der jeder einfach wie bekloppt drauf los würfelte und rückte und rausschmiss und selbst rausgeworfen wurde und wieder von vorne anfing... Ähm, ja. Also, wir hatten dann irgendwann einen glücklichen Gewinner. Und glückliche Verlierer, wenn man so will, weil das würfeln so anstrengend war. Ich bin ja der Meinung, dass wir das Potenzial von Ruhebänken und Barrikaden nur ansatzweise erfahren haben, aber wahrscheinlich wird man mich steinigen, wenn ich dieses Spiel je wieder vorschlagen sollte.

So viel von meiner Seite. Bis zum nächsten Mal und spielt schön!

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