Sonntag, 3. Mai 2015

Von Verrätern, Schmarotzern und dem Krosmaster-Desaster

Diesmal kein Spieletreffen in der Bar, sondern bei mir Zuhause. Mit den Cocktails kann ich zwar nicht mithalten, aber man kommt auch mit Käsestangen und Kuchen gut über die Runden. Und wo wir gerade bei Runden sind: Gleich zwei davon haben wir mit Schatten über Camelot absolviert.
Jeder Spieler übernimmt die Rolle eines Ritters der Tafelrunde und fortan versuchen sie gemeinsam die Bedrohungen, die rund um Camelot lauern, auszuschalten und Quests zu erfüllen. Während man also versucht, den Heiligen Gral, Lancelots Rüstung und Excalibur in die Hände zu bekommen, muss man sich gleichzeitig um einfallende Sachsen und Pikten kümmern, und die Katapulte im Auge behalten, die nach und nach vor den Burgmauern Stellung beziehen. Vor jedem Spielzug muss man überlegen, wessen Spezialfähigkeit wo am sinnvollsten einzusetzen ist - denn bevor ein Ritter eine Heldentat vollbringen kann, breitet sich das Böse aus. Und das ist meistens echt fies... Erstmal stand eine Einführungsrunde zum Warmwerden an und die lief dann so unnatürlich gut für uns, dass wir uns sagten: "Kommt, noch 'ne Runde - und diesmal mit Verräter!" 
Während also beim ersten Mal jeder von uns wusste, dass die anderen auch ganz sicher das gleiche Ziel hatten wie man selbst, bestand nun die Möglichkeit, dass einer von uns mit den dunklen Mächten des Landes verbündet war und gegen und intrigierte. Wie zu erwarten war, gestaltete sich die Angelegenheit diesmal deutlich kniffliger. Misstrauen machte sich unter uns breit und Verdächtigungen wurden angestellt. Allerdings traute sich keiner tatsächlich eine Anklage zu erheben, da die Gefahr, falsch zu liegen und damit ein zusätzliches und wenig förderliches schwarzes Schwert nach Camelot zu bringen, einfach zu groß war. So versammelte sich also nach und nach ein wahres Bollwerk an Katapulten vor den Burgmauern und wir mussten ganz schön ackern, um dem ständig drohenden Untergang zu entgehen. Wir scheiterten. Natürlich. Kläglich. Die letzte Runde ist mir als verzweifelter Versuch in Erinnerung, das Spiel mit einer Reihe von Selbstmorden zu gewinnen. Naja, was soll ich sagen, wir haben verloren und der Verräter, den keiner verdächtigt hatte, konnte sich ins Fäustchen lachen. Haken dran, weitermachen.

Was dann folgte, war ein kleines, nein, seien wir ehrlich, es war ein großes Debakel. Auf den Tisch kam Krosmaster Arena, das wir bisher immer zu zweit gespielt hatten, und das auch mit jeder Partie besser und für uns verständlicher wurde. Niemals hätten wir geahnt, dass eine Runde zu viert so ein Desaster werden könnte. Zunächst bestand die Schwierigkeit darin, unseren beiden Neueinsteigern die Regeln zu erklären. Diese zu verstehen ist ohne das halbe Dutzend in der Anleitung enthaltenen Tutorials gar nicht so leicht. Keiner weiß so recht, was seine Figuren für Kräfte haben und wie man diese am besten einsetzt. Wie kämpft man, wie kauft man, wie gewinnt man und wie zum Teufel passen die Gewinngroschen in das Vier-Spieler-System? Viele Fragen auf die wir leider nicht immer die passende Antwort fanden. Ich nehme an, mein Unterbewusstsein erkannte recht schnell die Ausweglosigkeit der Situation, ließ mich ein Symbol falsch lesen und so beförderte ich recht schnell einen meiner beiden Kämpfer in die ewigen Jagdgründe. Ganz ohne Fremdeinwirkung. Bis dahin hatte ich nicht gewusst, dass das möglich war. Hmpf... Nunja, es ging irgendwie recht lahm weiter, wobei ich nicht verschweigen will, dass es dann doch zu einem recht spektakulären Finale kam - wobei letztendlich aber doch die Erfahrung siegte. Oder so was in der Art. Fazit: Entweder haben wir die Seiten mit dem Titel 'So spielen Sie Krosmaster zu viert' in der Anleitung schlichtweg übersehen (wir fanden nur einen Abschitt und der war nutzlos) oder man kann dieses Spiel einfach nicht gut zu viert spielen. Falls das jemals jemand lesen sollte, der die Antwort kennt (und ich meine hier nicht '42'): Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen!

Danach waren wir nervlich am Ende und nur noch zu zwei Partien Carcassonne fähig. Stupides Plättchen ziehen und anlegen ist das Beste, was man nach so einer Erfahrung machen kann. Aber auch hier lief nicht alles so friedfertig wie erwartet, da die Angewohnheit, sich an bereits besetzte Burgen und Wege dranzuhängen und so die Punkte großmütig beiden Spielern zukommen zu lassen auf entsetzte Gemüter stieß. Ich gebe es zu, ich benutze diese Taktik hin und wieder auch recht gerne. Es ging nicht anders. Und es macht einfach Spaß. Unnötig zu erwähnen, dass ich an diesem Abend noch den Punkterekord knacken konnte. 

So. Over and out.

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