Mittwoch, 29. Juli 2015

Von 14 Stunden Concepten, Catanischen Rittern und einem bisschen Chaos

Es geht um ein Spiel. Und es hat etwas mit einem Quader zu tun. 
Ein Würfelspiel! Kniffel? Nein? Aber es ist ein Würfelspiel? Auch nicht!? Aber... ein Spiel und ein Quader... Wir brauchen mehr Hinweise! Wie, mehr Hinweise gibt's nicht? Was soll das denn sein? Es muss ein Würfelspiel sein! Ist es wirklich nicht? Es ist... es ist... einfach nur ein Würfel!
So ähnlich verläuft Concept, wenn man bereits in zu komplexen Bahnen denkt und das Offensichtliche nicht mehr sieht. Dabei lassen sich einfache Gegenstände noch recht gut darstellen. Aber sobald es darum geht, Sprichwörter oder Ausdrücke darzustellen, hat man wirklich seine Mühe, passende Piktogramme auf dem Spielplan zu finden. Sobald man sich jedoch daran gewöhnt hat, ein wenig um die Ecke zu denken, errät man irgendwann auch Sachen wie 'Geld liegt nicht auf der Straße' oder 'die Nadel im Heuhaufen suchen'. Obwohl Concept eigentlich in Teams gespielt wird, entschieden wir uns dazu, dass immer nur eine Person eine Karte zieht, sich einen Begriff aussucht und diesen dann erklärt. Da tatsächlich weniger das Punkte sammeln sondern der Spaß am Kombinieren und Raten im Vordergrund steht, lief es auch ziemlich gut. Trotz seinem Widerwillen (er hätte lieber Catan am Anfang gespielt) gewann Stefan unsere modifizierte Variante deutlich mit 21 zu 13 (Angie) zu 12 (ich) zu 5 Punkten (Melli). Wir Mädels fanden's auf jeden Fall witzig!
Es folgte (wie sollte es anders sein) eine Partie Schatten über Camelot. Während wir recht souverän Lancelots Rüstung und Excalibur erobern konnten, bereitete uns der Heilige Gral - wie immer - Probleme. Nichtsdestotrotz konnten wir die Runde letztendlich für uns entscheiden, schließlich haben wir ja mittlerweile Übung darin. Aufällig war diesmal, dass sich kein Verräter in unserer Gruppe befand, denn das schlägt sich in der Spieldynamik deutlich nieder. Normalerweise ist Misstrauen bei uns an der Tagesordnung, aber wir haben durch die Bank so auf den Sieg der Guten hingearbeitet, dass schnell offensichtlich war, dass wir keinen Schurken unter uns haben. Wir gewannen die Partie mit 7 weißen zu 5 schwarzen Schwertern. Theoretisch hätten wir wahrscheinlich noch die ein oder andere Queste gewinnen können, allerdings erschienen uns die Belagerungsmaschinen vor der Burg etwas zu bedrohlich und wir ließen uns absichtlich ein paar schwarze Schwerter zukommen, einfach um die Tafelrunde voll zu kriegen.
Spannend wurde es diesmal im guten alten Catan, denn die Städte und Ritter-Erweiterung kam mit auf den Tisch. Da ich mich vor dem Regellesen gedrückt hatte, war es an Stefan, uns über die Vielzahl von Neuerungen aufzuklären. Melli und Angie hatten dabei eindeutig den besseren Durchblick als ich, denn das ganze Spiel über dümpelte ich am unteren Ende der Punkteskala vor mich hin. Während Melli und Stefan sich einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft leisteten, baute Angie ihre Stadt zu einer Metropole mit Handelszentrum aus - das sah schon ziemlich schick aus. Ich dagegen verlor schon beim ersten Barbarenangriff meine Stadt und kam aus meinem Rohstoffloch nicht mehr heraus obwohl ich zwei Siedlungen an 6er- und 8er-Feldern stehen hatte (die natürlich fast nie gewürfelt wurden...). So baute also jeder vor sich hin, stellte Ritter auf, entwickelte sich weiter und kämpfte gegen die Barbaren. Schließlich ging der Sieg an Stefan, Melli wurde mit 12 Punkten haarscharf Zweite. Angie konnte immerhin 8 Zähler aufweisen und ich bildete mit mageren 5 Pünktchen das Schlusslicht. Städte und Ritter bringt auf jeden Fall viel mehr Möglichkeiten in das Spiel und macht die ganze Partie interessanter und spannender. Man muss auf viele verschiedene Dinge achten und voll dabei sein, um keine Chance zu verpassen, nicht hier und da noch etwas rauszuschlagen. Ich gehe schwer davon aus, dass wir auch in Zukunft mit Erweiterung spielen werden.
Was nun folgte, war eine leider etwas konfuse Runde Panic Station. Wir haben die Aufgabe, eine von Parasiten befallene Raumstation nach dem Nest der Viecher zu durchsuchen und dieses dann schließlich anzuzünden. Allerdings gibt es einen Spieler, der am Anfang mit einem Virus infiziert wird und dessen Aufgabe nun darin besteht, alle anderen Mitspieler ebenfalls anzustecken. Ich kann nicht einmal sagen, worin genau unser Fehler bestand, aber irgendwie war die Runde - ich kann es nicht anders sagen - merkwürdig. Jeder irrte umher, es gab fast gar keine Parasiten und wir wussten alle nicht so recht etwas mit uns anzufangen. Ich hatte gleich zu Beginn die Infiziertenkarte auf der Hand und wähnte mich in dem Glauben, die anderen sofort anstecken zu müssen, sobald ich ihnen begegnete. Nunja, so hatte ich ratzfatz das Virus verteilt und als Angie dann einen Körperscan durchführte, bei dem sich alle als infiziert herausstellten, hatte ich plötzlich das Spiel gewonnen. Unverhofft kommt eben oft. Da ich aber glaube, dass das Spiel echt Potenzial hat, werde ich mich demnächst wohl mal den Regeln widmen und wir starten einen neuen Versuch...
Um die Zeit bis zur Ankunft der Pizza zu überbrücken, schoben wir eine Runde Vampir Mau Mau ein, bei der Angie mit 33 Punkten die Nase vorn hatte (obwohl sie nicht wusste wie sie das geschafft hatte), gefolgt von mir mit 31 Punkten (auch ich kann es mir nicht erklären), Stefan mit 24 und Melli mit 20 Punkten.
Nun war es 21 Uhr und - ihr werdet es ahnen - Zeit für Talisman. Wir starteten insofern bemerkenswert in die Partie, dass Melli nach ein paar wenigen Runden die Karte 'wachsender Verdacht' spielte, bei der jeder Charakter einen Würfel wirft und die angegebene Anweisung ausführen muss. Daraufhin geschah folgendes: Mein Drachenjäger verlor sein letztes Leben und wurde getötet. Stefans Zauberkünstlerin verlor zwei Leben und segnete das Zeitliche. Angies Dieb verlor ein Leben und kehrte in die ewigen Jagdgründe ein. Tabula rasa nennt man sowas dann wohl. Mit einer Drachenpriesterin, einer Drachenreiterin und dem Magen-Darm-Krieger zogen wir dann erneut in die Schlacht. Rache kam schließlich, als Mellis Minotaurus von einem Schwefellindwurm um die Ecke gebracht wurde. Ersetzt wurde er durch den Priester, der sich zwischenzeitlich sogar für einige Runden in eine Prister-Kröte verwandelte... Tja, Strafe muss sein. Hier eine finale Zusammenstellung der gefallenen Helden auf dem Friedhof:
Nach einer Ewigkeit machte sich Stefan mit seiner Drachenreiterin und einer Unmenge an Stärkepunkten auf den Weg zur Krone der Herrschaft. Verfolgt wurde er vom völlig talentlosen (das meine ich wörtlich) Magen-Darm-Krieger, der dann allerdings - Überraschung! - mangels Talent scheiterte. Und so war es die Drachenreiterin. die schließlich gegen Varthrax in den Kampf zog und ihn mit fünf gezielten Hieben niederstreckte.
Das Fazit dieses Tages: 14 Stunden Gesamtspielzeit (13 bis 3 Uhr), davon 6 Stunden Talisman, 4 leckere Pizzen, die 3 besten Mitspieler, die es gibt, und eine riesige Menge Spaß.
Bis zum nächsten Mal würde ich sagen!

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