Mittwoch, 4. Januar 2017

Elfer raus! - Teil 1: Versionen

1925 - in diesem Jahr startet meine persönliche Spiele-Chronik und zwar mit Elfer raus! "Ookay!?", werden jetzt wahrscheinlich viele denken, "das klingt jetzt nicht soo spannend..." Ich gebe zu, Elfer raus! ist jetzt nicht der Kracher schlechthin, aber darum soll es hier auch gar nicht unbedingt gehen. Jedenfalls nicht in erster Linie. Für mich stellt dieses Spiel den Anfang einer (ich nenne sie mal:) 'Zwischen-Generation' dar - die alten Klassiker wie Mühle, Dame, Skat oder Bridge haben schon einige Jährchen auf dem Buckel und so traditionsreich ist Elfer raus! einfach nicht; aber das, was wir heute als 'modernen Klassiker' bezeichnen würden (wie z.B. Catan), ist es eben auch nicht (mehr). Dass von 'modern' keine Rede mehr sein kann, ist wohl allein schon der Tatsache geschuldet, dass dieses kleine Kartenspiel vor über 90 Jahren erfunden wurde. Was man aber auf jeden Fall sagen muss, ist: Elfer raus! hat einen sehr hohen Bekanntheitswert und sei es auch nur vom Namen her. So stellt sich mir natürlich die Frage: Was soll ich über ein Spiel erzählen, das jeder schon kennt?
Die meisten, die im Besitz von Elfer raus! sind, haben wahrscheinlich eine Version, die so oder ganz ähnlich aussieht:
Quelle: Ravensburger
Einhelliges Kopfnicken? Okay, gut. Wem ist aufgefallen, dass über dem Titel "HAUSSERS ORIGINAL" steht? Ein paar zögerliche Meldungen? Alles klar. Und wer hat sich schonmal Gedanken gemacht, warum das da steht? Na? Vielleicht kann ich euch ja doch noch etwas Wissenswertes erzählen, denn so wie auf dem Bild oben sah Elfer raus! nicht immer aus...

Im Jahr 1925 erblickte ein 'Neues Familien-Kartenspiel' bei der Firma O. & M. Hausser (und, klingelt's?) aus Ludwigsburg das Licht der Welt:
Quelle: e-s-g
Damals waren die Zahlen auf den Karten noch alle mit einem Rahmen eingekästelt, aber das Grunddesign ist bis heute erstaunlich ähnlich geblieben. Es gab interessanterweise sogar eine Taschenausgabe, bei der statt der üblichen 80 Karten nur 40 enthalten waren, auch in den vier Farben rot, blau, grün und gelb, allerdings nur mit den Zahlen 6 bis 15 (statt 1 bis 20). Die Frage, woher der 'Hausser'-Schriftzug auf der heutigen Schachtel kommt, ist jetzt natürlich schon beantwortet. Aber ganz ehrlich: Ich finde es total spannend, wie sich das Spiel im Lauf der Jahre verändert hat, deshalb unternehme ich im Folgenden mit euch eine kleine Reise durch die Jahrzehnte. 
Die ursprüngliche Aufmachung hielt Hausser bis etwa 1936 bei, denn dann erfolgte ein Umzug der Firma. Und wer in 'Neustadt bei Coburg' seinen Sitz hat, kann schlecht immernoch 'Ludwigsburg' auf sein Cover drucken, nicht wahr?
Quelle: BoardGameGeek
Quelle: Spiele-Check

Auch diesmal gab es wieder unterschiedliche Versionen: Zum einen die 'Dreifarben'-Ausgabe (links), die 60 Karten enthielt, wobei die Farbe gelb komplett fehlte, und zum anderen die 'normale' Ausgabe (rechts) mit 80 Karten. Diese beiden Versionen überlebten auch die nächste Umgestaltung, die vermutlich so in den 1950er Jahren auf den Markt kam (da ich hierzu kein genaues Datum gefunden habe, möchte ich mich ungern festlegen):
Quelle: BoardGameGeek
Quelle: e-s-g
Hier sieht man auch das veränderte Kartendesign: Die Rahmen um die Zahlen sind einem schlichten Strich in der Mitte gewichen. Eine weitere Ausgabe geht noch auf die Kappe von Hausser, bevor die Firma 1983 Konkurs anmelden musste. Auch hier kann ich leider nur sagen, dass sie nach 1959 erschienen sein muss, eine genauere Datierung ist mir hier nicht möglich. Was ich aber sagen kann, ist, dass diese Version - trotz ihres im Vergleich zu den Vorgängern sehr reduzierten Aussehens - diejenige war, welche unsere aktuelle Ausgabe farblich am meisten inspiriert hat. Es handelt sich nämlich schlichtweg um eine grüne Plastikbox:
Quelle:BoardGameGeek
Als 1989 für Elfer raus! eine neue Ära bei F.X.Schmid begann, wurde sowohl die Grüne-Box-Variante als auch noch die blaue Vorgänger-Ausgabe (sogar noch mit 60 Karten) produziert. Außerdem gab es noch ein 'Spielset', welches neben den Karten noch einen Spielblock und einen Bleistift enthielt - heute heißt sowas ja 'Deluxe-Edition'. Und dann kam praktisch schon die Version, wie wir sie heute kennen - eine grüne Schachtel, darauf ein paar Karten und darin ein Plastik-Inlay:
Quelle: e-s-g
Danach folgte nur noch eine letzte Station, nämlich Ravensburger, der F.X.Schmid 1996 übernahm. Das Spiel lief erstmal weiterhin mit dem Schmid-Logo, erst 1999 legte Ravensburger dann selbst Hand an. Das Cover ist absolut identisch, doch was darf natürlich nicht fehlen? Genau, die typische blaue Ecke:
Quelle: BoardGameGeek
Gut 17 Jahre später ist das Design natürlich nochmal einen Ticken moderner geworden wie ihr ja im allerersten Bild erkennen könnt. Lediglich am Format wurde nochmal geschraubt: Das Inlay kam wieder weg und dafür ist die Schachtel um gut die Hälfte ihrer Größe geschrumpft. Eine Entwicklung, die ich persönlich sehr begrüßt habe, weil das Spiel so nicht unnötig sperrig gemacht wird und die Karten durch den fehlenden Plastikeinsatz auch nicht wirklich schlechter dran sind.
So, das war er also: Der erste Schritt in meiner Spiele-Chonik. Ich hoffe, euch hat der Ausflug in die Geschichte von Elfer raus! nicht zu sehr ermüdet, aber hey, es gab ja viele Bilder zum Anschauen...

Ich freue mich über euer Feedback, lasst mir also gerne einen Kommentar mit Lob oder Kritik da. Ich sage macht's gut und bis zum nächsten Mal (bei dem es um Tiere, Autos und Laserschwerter geht)!   

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