Samstag, 14. Januar 2017

Elfer raus! - Teil 3: Regeln und Varianten

Heute mal ein paar Anmerkungen zu den Regeln von Elfer raus! Die sind wahrlich kein Hexenwerk, aber ein bisschen herumkritteln will ich schon, nicht zuletzt an der großen Zahl an weiteren Spielmöglichkeiten, die noch in der Anleitung stehen. Wohlan denn!

Ich starte mit den Grundregeln: Da steht bei der Vorbereitung, dass jeder zwischen 10 (mit 6 Spielern) und 20 (mit 2 oder 3 Spielern) Handkarten erhält. Ernsthaft? 20 Karten? Das Sortieren ist ja die eine Sache, aber das Halten!? Ich stehe immer kurz vor einem Handkrampf, weil ich ja nichts fallen lassen will. Gerade für Kinder stelle ich mir das echt unpraktisch vor.
Der Kampf gegen den Krampf - zu viele Karten...

Super ist dagegen der Tipp, beim Spiel zu zweit eine Farbe auszusortieren und nur noch mit 60 Karten zu spielen. Das macht das Spiel wesentlich flotter und zieht es nicht künstlich in die Länge, weil man eher passende Karten auf der Hand hat und nicht gar so oft nachziehen muss (womit wir dann wieder beim Halte-Problem wären...).


Wer gerne und häufig Elfer raus! spielt, der sollte auf jeden Fall die drei Varianten ab und an mal einbauen. Da fängt man entweder von außen an Karten zu legen, d.h. alle 1er und 20er sind schon auf dem Tisch und man arbeitet sich zur Mitte hin vor, oder man hat die Wahl, statt der 11 auch eine 10 oder 12 als Startkarte zu legen, oder der Startspieler entscheidet sich gar für eine beliebige Handkarte, die dann für alle Farbreihen als Anfangskarte gilt. Die Varianten machen das Spiel nicht unbedingt spannender, aber sie bringen auf Dauer immerhin ein wenig Abwechslung in die Sache.

Kommen wir jetzt zu den weiteren Spielen, die sich mit den Elfer raus!-Karten spielen lassen. Nicht in jeder Ausgabe stehen alle folgenden Spielmöglichkeiten drin - gerade in den Kinder-Versionen werden oft nur ein paar davon beschrieben. In der Standardbox lässt sich ein leichter Weniger-ist-mehr-Trend ablesen: Während es vor 20 Jahren noch zehn Spielideen gab, sind es in der 2016er-Version nur noch sechs. Kein Verlust, meiner Meinung nach. Warum ich das so sehe, erschließt sich vielleicht im Folgenden, wo ich zumindest zu den aktuellen Spielen ein paar Worte der Warnung verlieren will (mehr bringe ich nicht über mich...).

Überall anschließen - Karten als erster loswerden, indem sie auf einen Stapel in der Mitte oder die der Mitspieler abgelegt werden. Würde ich (wenn überhaupt) erst ab 4 Spielern empfehlen. Kann sich je nach Mischung der Karten bis zu 25 Minuten in die Länge ziehen. Für das Zwei-Spieler-Spiel zitiere ich an dieser Stelle meine eigenen Notizen: "Totalausfall. Zu zweit nur für ganz verzweifelte Menschen." Das sagt alles oder?

Mogeln -  Karten ablegen und dabei immer die Zahlen von 1 bis 20 nennen, wobei die gelegte Karte natürlich nicht immer mit der genannten Zahl übereinstimmt; aber das müssen die Mitspieler merken. Hat mich immer irritiert, dass man bis 20 zählen muss, selbst wenn nur die Karten bis 9, 10 oder 15 im Spiel sind, denn dann ist es ja offensichtlich, wenn jemand mogelt. War in einer älteren Version glaube ich mal anders. Insgesamt eher unspektakuär.

Ratefix -  Die Summe der verdeckt abgelegten Karten muss erraten werden; wer am nächsten dran ist, gewinnt den Stapel. Irgendwie ganz witzig, weil man versuchen muss, sich an den Tipps der Mitspieler zu orientieren. Letztendlich aber doch sehr glückslastig.

Schnipp SchnappHalli Galli ohne Glocke mit dem Ziel, Zahlenquartette zu bekommen. Spielt sich auf den ersten Blick dynamischer als Überall anschließen, wird aber künstlich in die Länge gezogen, weil nicht der gesamte eigene Kartenstapel sondern nur die aufgedeckten Karten nach Quartetten durchsucht werden dürfen, sodass man oft nichts auslegen kann, obwohl man es eigentlich könnte. Kann ewig dauern und frustriert irgendwann.

Schwarzer Peter - Erklärung unnötig. Einzige halbwegs spannende Abweichung: Durch das verdeckte Aussortieren einer verdeckten Karte, weiß niemand, was der Schwarze Peter ist. Zu zweit relativ sinnfrei.

Die höchste Karte gewinnt -  Jeder hat die gleichen Zahlen auf der Hand, alle legen eine ab und dann gewinnt der mit der höchsten Karte. Ganz nette Taktikübung, weil man überlegt, wer was schon gelegt hat bzw. noch legen könnte. Okay, aber nicht mehr.

Ich denke ihr habt es gemerkt: Diese Spielvorschläge gehen so gar nicht an mich ran. Wahrscheinlich kann man am ehesten noch kleine Kinder damit begeistern, aber ansonsten würde ich wirklich sagen: Bleibt bei Elfer raus! und seinen Varianten, mehr braucht man nicht aus der Schachtel.

Fast hätte ich es vergessen! Es gibt ja auch noch die Junior-Variante. Hier sind nur die Zahlen bis 11 im Spiel, wobei alle 1er und 11er am Anfang bereits ausliegen. Dann erhält jeder fünf Karten und versucht, diese möglichst schnell loszuwerden. Toll, dass man nur so wenig Karten zu halten braucht und auch sehr schön, wenn die Kids die Zahlen lernen. Sobald sie das drauf haben, kann man aber auch relativ schnell zur 'normalen' Version übergehen.

Das war's dann jetzt aber, der Regel-Part kann abgehakt werden. Habt ihr denn schonmal was anderes mit den Elfer raus!-Karten gespielt als Elfer raus! ? Und wenn ja, wie kam das in eurer Runde an? Würde mich wirklich mal interessieren.
Nun denn, macht's gut und bis zum nächsten Mal (wo ich das Elfer raus!-Kapitel - endlich - abschließen werde)! 

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