Samstag, 21. Januar 2017

EXIT - Das Spiel: Das geheime Labor - Rezension

Im letzten Jahr ist eine ganze Reihe von Escape the Room-Spielen auf den Brettspielmarkt geschwappt. Kosmos war dabei mit gleich drei Spielen am Start und eines davon kam jetzt auch bei mir zum Einsatz.

Ziel

So schnell wie möglich müssen alle Rätsel gelöst werden, um aus dem Labor zu entkommen.

Idee

Anleitung, Notizbuch und Decodier-Scheibe
Als Probanden für eine medizinische Studie begeben wir uns in ein Labor. Doch wir sind allein. Plötzlich treten in dem Raum Chemikalien aus und wir werden ohnmächtig. Als wir wieder aufwachen, ist die Ausgangstür verschlossen und auf einem Tisch liegen ein Notizbuch und eine merkwürdige Drehscheibe. Überall im Labor sind offenbar Rätsel versteckt und nur, wenn wir sie alle gemeinsam lösen, wird uns die Flucht gelingen...

Material

Das Spiel enthält 85 Karten mit Rätseln, Lösungen und Hilfestellungen. Dazu kommen zwei 'seltsame Teile', ein Notizheft und eine Decodierscheibe, die praktischerweise bereits fertig zusammengebaut ist. Dazu braucht man noch eine Stoppuhr und für jeden Spieler Stifte und Papier für eigene Notizen; auch eine Schere ist hilfreich. Ganz wichtig ist, dass man sich das mitgelieferte Material auf keinen Fall anschauen darf, bevor das Spiel losgeht - auch wenn es einen noch so in den Fingern juckt.


Wenn's mal hakt: Hilfe-Karten

Vorbereitung

Das Notizheft und die Decodier-Scheibe kommen auf den Tisch. Mit ihrer Hilfe müssen die Rätsel nach und nach geknackt werden. Die 'seltsamen Teile' kann man schon aus dem Stanzbogen trennen, sie werden jedoch zunächst beiseite gelegt. Die Karten werden entsprechend ihrer Rückseiten in Stapel für Rätsel-, Lösungs- und Hilfekarten sortiert. Jetzt nur noch die Stoppuhr starten und schon kann das Spiel beginnen.

Ablauf

Sobald die Stoppuhr betätigt wurde, darf man endlich das Notizbuch öffnen. Darin wimmelt es nur so von kniffligen Aufgaben, mit denen man größtenteils noch gar nichts anfangen kann. Außerdem ist hier auch das Labor abgebildet, in dem sich die Spieler befinden. Überall stehen verschlossene Gegenstände herum, die sich nur durch Kombination von drei Chemikalien öffnen lassen. Mit Hilfe der Rätsel-Karten, die man im Laufe des Spiels erhält, muss man versuchen, jeweils drei Gefäß-Symbole auf der Decodier-Scheibe dem richtigen Rätsel zuzuordnen, um so die Codes zu knacken. Glaubt man, ein Rätsel gelöst zu haben, dreht man die Scheibe entsprechend zurecht und liest die Zahl ab, die im Sichtfenster erscheint. Dies ist die Nummer der Lösungs-Karte, die man sich nun anschauen darf. Sie zeigt den Spielern, ob der Code falsch ist (dann muss man nochmal überlegen), ob er eventuell richtig ist (dann ist man wahrscheinlich schon auf dem richtigen Weg) oder ob er wirklich richtig ist. Im letzten Fall bekommt man neue Rätsel-Karten bzw. die 'seltsamen Teile' und nähert sich so dem Ziel. Wenn man einmal komplett ein Brett vorm Kopf hat und partout nicht weiterkommt, kann man auch Hilfe-Karten ziehen, die einem Tipps geben, wie man die jeweilige Aufgabe bewältigen kann.
 
Wenn das letzte Rätsel gelöst ist und man dem Labor endlich entkommt, ist das Spiel zu Ende und die Uhr wird gestoppt. Je nachdem wie viel Zeit und wie viele Hilfe-Karten man gebraucht hat, kann man nun in einer Tabelle nachschauen, wie gut man war.
Unser Ergebnis: Mit einer Zeit von 87 Minuten und 53 Sekunden und ohne Einsatz von Hilfe-Karten haben wir 8 Sterne erreicht. 
 


Meine Meinung

EXIT - Das Spiel: Das geheime Labor war mein erster Kontakt mit einem Escape the Room-Szenario - aber sicher nicht mein letzter! Die Spielregeln sind in einer Minute erklärt und schon kann man sich ans Knobeln machen. Insgesamt gilt es 10 Rätsel zu lösen und diese sind eine bunte Mischung aus ein paar leicht zu knackenden Codes, einigen zum Tüfteln und solchen, bei denen man ordentlich ins Grübeln kommt. Natürlich gibt es für den Notfall die Hilfe-Karten, aber da man bei allem durch logische Überlegungen zur Lösung kommen kann, hatten wir den Ehrgeiz, es ganz ohne deren Einsatz zu schaffen - und es hat funktioniert. Die Rätsel selbst sind allesamt sehr dem Thema angepasst, was sehr positiv zur Labor-Atmosphäre beiträgt. Einige sind jedoch auf den ersten Blick sehr knifflig gestaltet, sodass man sich im Eifer des Gefechts schnell verzettelt und einen Buchstaben in eine Zahl und die in eine Farbe und die wieder in eine Zahl umrechnet usw., aber dann merkt man doch irgendwann, dass die Lösung viel naheliegender sein muss als man denkt. Der größte Unterschied zu einem 'richtigen' Exit-Spiel ist für mich, dass man nicht auf 60 Minuten beschränkt ist und dann verloren hat, wenn nicht alles gelöst wurde. Hier versucht man natürlich auch möglichst schnell zu arbeiten, aber man verspürt nicht diesen Druck, weil die Zeit einem nicht permanent im Nacken sitzt. Man hat eben die Möglichkeit, wirklich alle Rätsel zu lösen - auch wenn es ein bisschen länger dauert. Wir hatten jedenfalls riesigen Spaß und freuen uns schon auf das nächste Szenario.

Empfehlung?

Für Rätsel-Fans und Leute, die mal etwas Besonderes auf den Tisch bringen wollen, ist dieses Spiel ein absolutes Muss! Hier ist wirklich Köpfchen und Teamwork angesagt, denn wenn man selbst nicht auf die Lösung kommt, dann sicherlich beim Diskutieren mit den anderen. Wir waren zu viert in unserer Gruppe und diese Besetzung war optimal: Genug für ausreichend Ideen-Input, aber auch nicht zu viele, sodass jeder das Material nach Belieben in Augenschein nehmen konnte. Man muss sich natürlich bewusst machen, dass sich das Spiel nur ein einziges Mal spielen lässt, da das Material bekritzelt, zerschnitten, bemalt und beschriftet wird - aber für den Preis steckt in der kleinen Schachtel von Kosmos ein wirklich tolles Spielerlebnis drin, das man sich definitiv nicht entgehen lassen sollte.

Schlusswertung

9 von 10 Punkten - Grandios, dieses Spiel ist echt der Knaller!

Das war meine Rezension von:

EXIT - Das Spiel: Das geheime Labor
Verlag: Kosmos
Autor: Inka und Markus Brand
Illustrator: Franz Vohwinkel
Spieleranzahl: 1-6
Altersempfehlung: 12+
Spieldauer: 45-90 Minuten
Veröffentlichung: 2016

Kommentare:

  1. Darf ich eine Frage dazu stellen? Wir hatten ziemliche Probleme damit, überhaupt ins Spiel hineinzukommen. Eine gute Stunde lang haben wir die kleinen Formeln, Skizzen und Schemata auf dem Buch untersucht und damit nur falsche Lösungen produziert. Aus der Anleitung geht nicht einmal hervor, welche Hilfe-Karte uns da weiterbringen kann. Muss man vielleicht direkt eine Rätselkarte ziehen oder das Buch aufschlagen? Und war nicht ganz klar, was man darf und was nicht...
    Wir haben das Spiel dann erstmal wieder in den Schrank gepackt, um uns irgendwo Hilfe zu holen.
    Danke für einen Tipp!

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    Antworten
    1. Hallo Christopher,
      wie schade, dass es bei euch offenbar zu einiger Verwirrung kam.
      Da ich nicht genau weiß, bis zu welchem Punkt ihr gekommen seid und natürlich auch nicht zu viel der Rätsel verraten will, hier erstmal ein paar allgemeine Tipps:
      - Der Ausgangspunkt eurer Überlegungen sollte zunächst der Raum sein, den ihr in der Mitte des Buches findet. Hier seht ihr auch schon eine Rätsel-Karte liegen, die ihr aus dem Deck heraussuchen und 'bearbeiten' könnt. (Diese Karte ist auch auf Seite 3 der Anleitung abgebildet.)
      - Kommt ihr beim Knobeln nicht weiter, so schaut euch das Symbol auf der Rätsel-Karte an, die ihr gerade bearbeitet, und sucht euch die Hilfe-Karte(n) mit dem gleichen Symbol heraus. Sie geben euch Tipps, wie das Rätsel zu lösen ist.
      - Zieht nie einfach so eine Rätsel-Karte, sondern erst, wenn das Spiel es euch durch die Anweisung auf einer Lösungs-Karte 'erlaubt'.
      - Wenn ihr speziell am Anfang Probleme habt: Schaut euch die Hilfe-Karte mit dem sanduhrähnlichen Symbol an (davon gibt es nur eine im Spiel). Sie zeigt euch wie ihr Codes in die Decodier-Scheibe eingebt.
      Vielleicht hilft dir davon ja schon etwas weiter. Wenn nicht, zögere nicht, mich noch einmal zu fragen, dann helfe ich auch gerne mehr im Detail weiter.
      Liebe Grüße
      Laura

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